Schlussbericht 2019

Bild: ©Markus Goessi, 2019

 

 SCHLUSSBERICHT

Die PERFORMANCE REIHE NEU-OERLIKON feierte dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen als eines der nachhaltigsten Festivals für Performancekunst im öffentlichen Raum in der Stadt Zürich. Wir haben das Ereignis mit verschiedenen Performances, Events, Artist Talks und zusammen mit insgesamt neununddreissig Künstlerinnen und Künstlern aus der Schweiz, Deutschland, England und Mexiko sowie drei Kulturtheoretikerinnen gefeiert. Dazu sind wir vom neuen in den alten Teil von Oerlikon und wieder zurück nach Neu-Oerlikon spaziert und haben diese Räume gemeinsam mit den Beteiligten künstlerisch ausgelotet und wahrgenommen.

Über drei Tage wurde Kunst in drei verschiedenen Formaten dargeboten. Den Anfang machte The Gathering (Open Source Performance): 22 Künstlerinnen und Künstler, die zusammen fünf Stunden lang auf beiden Seiten des Oerlikerparks performten. Am Samstag, dem zweiten Festivaltag, führten elf Kunstschaffende ihre Performances in beiden Teilen von Oerlikon bei schönem, sommerlichem Wetter durch, und am dritten Tag fanden Performances, Vorträge, Resonanz- und Künstlergespräche im Foyer der Gessnerallee statt. Zum ersten Mal ergab sich eine Kollaboration zwischen der Performance Reihe Neu-Oerlikon und la_cápsula (Zürich) — hier konkret in Form eines Vortrags und einer Performance sowie eines Künstlergesprächs. Die geplanten Performance-Workshops haben leider aus Mangel an Teilnehmer nicht stattfinden können. Der Künstler Kamil Guenatri (FR) konnten wir nicht mehr nach Zürich kommen lassen, aus Mangel an Geld, dafür hatten wir Terezinha Malaquias aus Freiburg eingeladen. Christine Brault aus Kanada war verhindert, deshalb konnte sie auch nicht kommen. 

Im Fokus dieser Jubiläumsausgabe: die kulturpolitische Frage des Agierens im öffentlichen Raum. Ebenfalls im Zentrum der Diskussionen und der Performanceaufführungen standen Fragen der Gender-Thematik, es ging um Macht und Politik, um Fragen der sexuellen und kulturellen Identität sowie der inklusiven Gesellschaft. 

Mehr als 50 Personen waren involviert und am Festival beteiligt, unter anderem als freiwillige Helferinnen und Helfer. Dank ihnen konnten wir das Event auch erfolgreich durchführen — aus Sicht der Besucherinnen und Besucher war es rundum gelungen. Insgesamt und verteilt auf diese drei Tage sind mehr als 100 Personen eigens zum Festival gekommen, nicht nur aus anderen Teilen der Stadt, sondern auch aus verschiedenen Teilen des Landes. Natürlich blieben auch viele Passanten hier und da stehen und wurden zu Zuschauern. Somit haben wir unsere Zielgruppen erreicht: das ‘eingeweihte’ Publikum sowie die Passanten die stehen geblieben sind. 

Das Festival hat ein sehr positives Feedback erhalten: nicht nur in Bezug auf die Mischung der Positionen, die sich in verschiedenen performativen Bereichen bewegten, und den Generationenmix, sondern auch auf die Tatsache, dass dabei ganz unterschiedliche Ansätze gezeigt wurden. Es gab viele Highlights bei dieser Jubiläumsausgabe des Festivals, aber mit Sicherheit war das Hin und Zurück zwischen Marktplatz von Oerlikon und Oerlikerpark eines davon. Diese wortwörtliche Verbindung hat nicht nur allen Spass gemacht, es war auch ein sehr wichtiger Punkt, um eine Begegnung mit der «anderen Seite» zu schaffen. Ein weiteres Highlight war bestimmt die grosse Beteiligung des Publikums an den Performances, ebenso die Performance des Duos Mandafounis/Catherin aus Genf/Manchester sowie jene von Boris Nieslony aus Köln und den Künstlern aus Mexiko.

Am Sonntag wohnten wir sehr spannenden Vorträgen, interessanten und zum Teil auch lustigen Performances — wie der von Anne Käthi Wehrli — und nicht zuletzt dem anregenden Teil «Questions and Answers» bei. Verteilt über den ganzen Tag kamen etwa 55 Personen. Das Team der Gessnerallee war extrem hilfsbereit. 

An den beiden ersten Tagen herrschten richtige Hochsommertemperaturen — deshalb haben wir auch nach den Durchführungen sowohl am Freitag als auch am Samstag alle im Oerlikerpark zusammen gegessen; Maya Minder hat für uns leckere Gerichte zubereitet. So konnten wir den jeweiligen Tag wunderbar ausklingen lassen. Am Sonntag war wiederum das ideale Wetter, um drinnen zu sein, es war regnerisch und kühl.

Nach dem Festival sind wir alle — Künstlerinnen und Künstler sowie Referentinnen — in die Reithalle zum Abendessen gegangen und haben den Tag Revue passieren lassen. 

Am Ende bleibt aber immer noch und auch nach 10 Jahren die gleiche Frage offen: Wie können wir mehr Medienpräsenz erreichen? 

Vielen herzlichen Dank an alle Institutionen und Stiftungen für ihren grosszügigen Beitrag! Ebenfalls an Secretaria de Cultura. INBAL dafür, dass sie die Reise für Lukas Avendaño ermöglicht hatte. Speziellen Dank an Roger Marguin, Leiter der Gessnerallee in Zürich, sowie an alle, die es irgendwie ermöglicht haben, diese zehnte Ausgabe zu gestalten und ohne deren Unterstützung das Festival in dieser Form nicht zustande gekommen wäre.

PROGRAMM

  • FR 30.8. | 15.30 – 20.30 H | Oerlikerpark | The Gathering 

The Gathering wird von Gisela Hochuli und Dominik Lipp initiiert. 22 Künstlern und Künstlerinnen werden gemeinsam während mehreren Stunden performen. Die KünstlerInnen wurden über einen Open Call eingeladen.

  • SA 31. 8| 13.30 – ca 20 H | OERLIKERPARK BIS MARKTPLATZ UND ZURÜCK

11 eingeladene KünstlerInnen aus der Schweiz, Grossbritanien, Mexiko und Deutschland hatten auf beiden Seiten von Oerlikon -“Neu und Alt Oerlikon”- zehn Performances gezeigt. Neun einzelne KünstlerInnen sowie eine Tanzkompanie:

  • Pancho Lopez (Mexico)
  • Lara Buffard / Gur A. Piepskovitz (London/ UK) 
  • Cie. Ioannis Mandafounis – with Ioannis Mandafounis/Brice Catherin (Genf-Manchester UK)
  • Terezihna Malaquias (Freiburg / DE)
  • Simone Zaugg (Bern / Berlin) 
  • Boris Nieslony (Köln / DE)
  • Simone Etter (Basel)
  • Marie-Anne Lerjen (Zürich) 
  • Emilia Giudicelli (Zurich)

Ca. 20 H Ende der Performances – der Tag beim gemütlichen Zusammensein ausklingen lassen und mit Köstlichkeiten von Maya Minder im Oerlikerpark geniessen.

  • SO 1. SEPTEMBER  | 11 – 18.00 H | FOYER DER GESSNERALLEE | VORTRÄGE | PERFORMANCES | KÜNSTLERGESPRÄCH
  • Eliana Perotti (Zürich). Vortrag  “Performing  Gender – Wie Frauen den städtischen Raum 

   besetz(t)en” 

  • Performance von Anne-Käthi Wehrli (Zürich)
  • Sabine Gebhardt Fink (Luzern). Vortrag „Das Politische in der aktuellen Performance-Kunst”
  • Performance mit Mustafa Boga (London)
  • Resonanz / Performance von Andrea Saemann (Basel)
  • Resonanz von Margarit von Büren (Luzern)
  • Pancho Lopez (Mexico). Vortrag „An Introduction to Mexico’s Performance“
  • Künstlergespräch. Q + A. Leitung: Maricruz Peñaloza (Zürich)
  • Ca 17.30 Uhr Ende des Tages
  • Weitere Veranstaltungen haben im Rahmen des 10. Jubiläums und in Kollaboration mit la_cápsula  (Zürich) stattgefunden:
  • Lukas Avendaño. Performance / Artist Talk
  • Pancho Lopez. Vortrag “A bird’s flight – a glimpse of video-performance in Iberoamerica (EN)

Hinweise/Ankündigung des Festivals 

Die Performance Reihe Neu-Oerlikon wurde finanziell unterstützt durch:

  • Stadt Zürich. Kultur
  • Kanton Zürich. Fachstelle Kultur
  • Ernst und Olga Gubler-Hablützel
  • Südkulturfonds
  • Migros Kulturprozent
  • ProHelvetia
  • Quartierverein Oerlikon
  • Stanley Thomas Johnson Stiftung
  • Cultura. Secretaria de Cultura. INBAL 
  • Temperatio Stiftung

Nochmals herzlichen Dank an alle Institutionen, Stiftungen sowie dem Quartierverein Oerlikon für ihren grosszügigen Beitrag. Speziellen Dank an Roger Marguin, Leiter der Gessnerallee und sein Team, sowie an alle die irgendwie es ermöglicht haben, diese 10. Ausgabe zu gestalten und ohne deren Unterstützung nicht möglich gewesen wäre.